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In Japan und China ist der Drache
der älteste Mythos überhaupt. Er ist das Glückssymbol und der
Glücksgott schlechthin. Als göttlicher Bote ist er für den Regen
zuständig und beschleunigt somit das Wachstum der Natur, insbesondere
der Feldfrüchte und des Getreides. Gemäss den Legenden werden die
schlimmsten Überflutungen durch den Tod eines Drachen verursacht.

Qin Shuangdi,
erster Kaiser von China,
221 v. Chr. |
Der Legende
nach erschien der erste Drache am Himmel während der erste
chinesische Thronerbe das Licht der Welt erblickte.
Der Thron des Kaisers wurde Drachenthron genannt, des Kaiser
Antlitz war das Drachenantlitz und beim Tod des Kaisers sagten
die Untertanen er sei auf einem Drachen zum Firmament
emporgestiegen.
Frühe Kaiser liessen die Drachen adeln und gaben ihnen Fürstentitel.
Die Kaiser selbst übernahmen das Symbol des Drachen für sich um
ihnen und ihren Untertanen durch die Weisheit und göttliche
Kraft der Drachen Wohlstand zu gewährleisten. |
Allein dem Kaiser war es vorbehalten, dass
Zeichen mit einem 5-Klauen-Drachen zu benützen. Jeder der ein
Motiv mit einem 5-Klauen-Drachen ausser dem Kaiser verwendete
wurde sofort mit dem Tode bestraft.
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Der Drache brachte dem Land
Frieden und Wohlstand. Er füllte die Löcher am Himmel auf, welche das Monster Kung Kung hinterlassen hatte. Sein Schlafen und sein Erwachen stellte Tag
und Nacht dar, sein Atem das Wetter und die verschiedenen Jahreszeiten.
In der Mythologie ist er das ranghöchste der Schuppentiere. Er steht
hierbei für den Osten und den damit verbundenen Sonnenaufgang; er
symbolisiert den Frühling und die Fruchtbarkeit des Bodens. Sein
Gegenspieler ist der weisse
Tiger, der für den Westen
und den Tod steht.
Die chinesischen Legenden berichten, dass er sowohl so gross wie die
ganze Welt werden konnte, aber auch ebenso so klein wie eine winzige
Seidenraupe. Oft wird er mit einem Bart dargestellt.
Der Drache, das Einhorn, der Phoenix und die
Schildkröte sind die vier Totemtiere der alten chinesischen Glaubensrichtung
und werden als Totem der Meere, Flüsse und Seen verehrt. Antike
chinesische Darstellungen zeigen den Drachen oft im Spiel mit einer Perle
oder einem Ball, oder der Drache trägt die Perle auf der Stirn oder um den
Hals - diese Drachenperle symbolisiert die Sonne und deutet das Wesen des
Drachen als Teil der lichten Kraft.
Die Chinesen
unterscheiden verschiedene Arten Drachen. Der 'Himmlischen Drachen'
trägt auf seinem Rücken die Paläste der Götter. Der 'Göttlichen Drachen'
lenkt die Winde und den
Regen zum Wohle der Menschen. Und zuletzt gibt es den 'Irdischen
Drachen', der den Lauf der Bäche und Flüsse bestimmt.
Die chinesischen Drachen werden vom Königsdrachen (Long Wang) geführt. Er ist unsterblich und wohnt in einem Palast auf
dem Grund des Meeres. Man sagte ihm nach, dass ein Leben ohne in auf der
Erde nicht möglich sei, wodurch den Drachen bald die Fähigkeit die
Elemente zu beherrschen zugeschrieben wurde.

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Die Stadtgrenzen Pekings werden durch vier, in jede
Himmelsrichtung blickende, Drachen beschützt. Die Legende besagt, dass
ein Drache dem gelben Fluss entstieg um dem chinesischen Kaiser ein
kreisförmiges Diagramm zu enthüllen, welches heute unter dem berühmten
Ying & Yang Symbol bekannt ist.
Der Drache ist die
Personifizierung des Yang, des männlichen Prinzips (wogegen mit dem Ying
das weibliche Prinzip steht). Folglich verkörpert der Drache in China die
edelsten "männlichen Tugenden" Majestät, Kraft, Mut, Licht, Bewegung und
Befruchtung. |
| Der japanische
Drache sieht dem Chinesischen sehr ähnlich, nur ist sein Körper noch schlangenähnlicher. Er besitzt ausserdem im Gegensatz zu den 5 Krallen
eines chinesischen Drachen nur drei an jedem Fuss. Arme, Hinterbeine
oder Klauen an den Flügeln sind häufig. Die Flügel des östlichen
Drachen sind meist gefiedert. Obwohl auch bösartige Drachen in den
östlichen Legenden auftauchen handelt es sich doch meist um
intelligente, sprechende und vor allem weise und mächtige Wesen. |

Drache am Ryutakuji Tempel, Mishima |
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Schlangendrache auf Steinlaterne
Während die
Yukimi (Schneebetrachtungslaterne) als die 'typische'
japanische Steinlaterne gilt, ist der chinesische Einfluss bei der
Ryutsuki Rokkaku Yukimi unverkennbar. Der Schlagendrache ziert das
Dach der Laterne und gibt dieser Laterne den ganz besonderen,
chinesischen Touch.
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